Infrastruktur

Infrastruktur ohne Grenzen

Schienenwege sind die Lebensadern Europas: Mit keinem anderen Verkehrsmittel kommen Menschen und Güter so klimafreundlich und energieeffizient ans Ziel wie mit der Bahn – über alle Ländergrenzen hinweg.

Die Vorteile der Schiene können noch besser genutzt werden: Für den Personen- und Güterverkehr in Europa ist es entscheidend, dass die Strecken auf dem ganzen Kontinent zielstrebig und nach einem ganzheitlichen Konzept ausgebaut werden. Nur so kann sich die Bahn als zuverlässiger, konkurrenzfähiger und umweltfreundlicher Verkehrsträger langfristig durchsetzen. Derzeit steht sie trotz ihrer klaren Vorzüge im harten Wettbewerb mit dem Straßen- und Luftverkehr.

Was ist TEN?

Die Trans-European Networks, kurz TEN, ist ein Programm der Europäischen Union. Es ist ein wesentlicher Beitrag der EU zur zukunftsfähigen Gestaltung von Mobilität. Dabei ziehen alle Länder an einem Strang, um ein europäisches Infrastrukturnetzwerk zu schaffen.

Das TEN-Programm wurde im Dezember 2013 ins Leben gerufen mit einem ambitionierten Ziel: Den Ausbau des europäischen Verkehrsnetzes zu koordinieren und mit Finanzmitteln in Milliardenhöhe zu fördern. Die EU gibt also Leitlinien vor, in denen Ziele, Prioritäten und Grundzüge des Infrastrukturausbaus festgelegt werden. Und sie investiert in großem Umfang in dieses Vorhaben: Die Einzelprojekte, die in Summe die späteren Verkehrskorridore bilden, werden zu einem wesentlichen Teil von der EU kofinanziert.

In Deutschland ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur für die entsprechende Gesetzgebung und die Bereitstellung der nötigen Mittel verantwortlich. Wir als DB Netz AG setzen im Auftrag der Bundesregierung die Projekte in die Tat um – in Deutschland und über nationale Grenzen hinweg.

Interaktive Überischtskarte über die TEN-Korridore und die Einzelprojekte in Deutschland

Die Karte ist frei skalierbar. Wählen Sie einzelne Korridore oder Projektmarkierungen an, um mehr dazu zu erfahren.

Korridore für Europa

Neun Korridore mit einer Gesamtlänge von 15.000 Kilometern sollen Europa von Nord nach Süd und von Ost nach West verbinden. Sie sind das Herzstück der TEN-Politik und sorgen zukünftig für eine nahtlose Transport- und Logistikkette. Die EU will so bis 2030 ein zusammenhängendes Kernnetz schaffen, das die wichtigsten Straßen, Schienen, Wasserwege und Flughäfen miteinander verknüpft, und so Handel und Binnenmarkt stärkt. Engpässe werden beseitigt, das Klima durch die Verlagerung von Verkehr auf die Schiene geschont. Im Mittelpunkt dieses Kernnetzes liegt Deutschland.

Zum Beispiel: Der Corridor Rhine-Alpine

  • Länge: 3.225 km
  • Verlauf: Von den Nordseehäfen in Belgien und den Niederlanden durch das deutsche Rheintal in die Schweiz und weiter zum Mittelmeerhafen Genua
  • Beteiligte Länder: Niederlande, Belgien, Deutschland, Schweiz, Italien
  • Wichtige Schieneninfrastrukturprojekte:

Websites: www.corridor-rhine-alpine.eu und www.rfc-rhine-alpine.eu

Unsere Verantwortung – unsere Chance

Mit 33.000 Kilometern Bahnstrecke hat Deutschland schon heute das größte und am weitesten verzweigte Bahnnetz innerhalb Europas. Sechs der neun geplanten TEN-Korridore verlaufen durch Deutschland und machen unser Land noch mehr als bisher zum zentralen Verkehrsknotenpunkt in Europa. Wir sind uns der damit verbundenen Verantwortung bewusst, modernisieren mit hohem Aufwand unsere Strecken und bauen sie seit Jahren massiv aus. Wir verstehen TEN als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die durch ihre schiere Dimension große Herausforderungen und noch größere Chancen mit sich bringt.

Heimat, Tradition und Innovation – das ist für Georg Dettendorfer das Inntal. Zusammen mit Vater und Bruder leitet der Logistikunternehmer das Familienunternehmen in der 8. Generation. Als Vorsitzender des Verkehrsausschusses der IHK München und Oberbayern hat er jedoch klare Vorstellungen davon, was Infrastruktur künftig leisten muss und was beim Ausbau zu beachten ist. Wie sich der Transport schon in der Vergangenheit verändert hat, was heute passiert und wie er die Zukunft sieht, das erklärt Georg Dettendorfer im Video.

Neue Standards setzen

Die Geschichte Europas lässt sich an den verschiedenen Systemen und Standards ablesen, die aktuell noch in vielen Ländern betrieben werden. Historische Schranken wie unterschiedliche Spurweiten, Stromsysteme oder Sicherheitskonzepte, die heute den Bahnbetrieb verzögern und mit Kosten verbunden sind, werden durch TEN in ein einheitliches System umgewandelt. Eine zentrale Rolle hierbei spielt die Einführung des einheitlichen Europäischen Zugsicherheitssystem ETCS (European Train Control System). Es trägt zum sicheren und effizienten Betrieb genauso bei wie zum reibungslosen und schnellen grenzüberschreitenden Bahnverkehr: Heute müssen Lokomotiven bei der Einfahrt in ein benachbartes Netz häufig gewechselt werden. Das kostet Zeit und Geld – die wichtigsten Faktoren im Transportwesen. Europaweit einheitliche Systeme machen die Lokwechsel überflüssig und stärken die Schiene ganz wesentlich im Wettbewerb der Verkehrsträger.

Weitere Informationen zum Zukunftsprogramm "Digitalen Schiene Deutschland" gibt es hier.

Kurz eklärt: So funktioniert ETCS

Weiterführende Links:

Digitale Schiene Deutschland – alles zu den digitalen Innovationen im Schienenverkehr, von ETCS über digitale Stellwerke bis hin zur Weichen-Ferndiagnose

Portalseite „ETCS“ auf der Website der DB Netz AG

Transeuropäische Verkehrsnetze (TEN-V) – Übersicht auf der Website des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

TEN-Portal der Europäischen Kommission

Transeuropäische Netze – Leitlinien: Rechtsgrundlagen, Ziele und Rollenverständnis auf der Website des Europäischen Parlaments